Tinnitus-Frequenz bestimmen per Frequenzabgleich

Mit dem Generator oben können Sie per Frequenzabgleich eingrenzen, in welchem Bereich Ihr Tinnitus liegt. Wichtig: Spielen Sie die Töne nur leise ab und lassen Sie ein Ohrgeräusch immer ärztlich abklären – dieses Tool ersetzt keine Diagnose.

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So finden Sie Ihre Tinnitus-Frequenz – Schritt für Schritt

Der Frequenzabgleich beruht auf einem einfachen Prinzip: Sie spielen einen Sinuston ab und nähern sich schrittweise der Tonhöhe Ihres Ohrgeräuschs an.

  1. Leise beginnen: Stellen Sie die Lautstärke auf ein Minimum und erhöhen Sie sie nur so weit, dass der Ton gerade eben hörbar ist – niemals laut, Ihr Gehör könnte sonst zusätzlich Schaden nehmen.
  2. Startpunkt wählen: Nutzen Sie die voreingestellten Chips mit 3, 4, 6 und 8 kHz; dort liegen die häufigsten Tinnitus-Frequenzen. Der 4-kHz-Sinuston ist bereits als Preset geladen.
  3. Grob eingrenzen: Klingt Ihr Tinnitus höher oder tiefer als der Vergleichston? Wechseln Sie den Chip entsprechend.
  4. Fein abstimmen: Geben Sie die Frequenz exakt ein und verändern Sie sie in 0,1er-Schritten, bis Ton und Ohrgeräusch möglichst genau übereinstimmen.

Notieren Sie den gefundenen Wert – zum Beispiel für das nächste Arztgespräch.

Häufige Tinnitus-Frequenzen: 3 bis 8 kHz

Bei vielen Betroffenen liegt das Ohrgeräusch im Bereich von etwa 3 bis 8 kHz – das ist ein Richtwert, keine feste Regel. Auffällig oft findet sich der Tinnitus in der Nähe von 4 kHz: In diesem Bereich zeigt sich bei Lärmschwerhörigkeit typischerweise die sogenannte c5-Senke, eine durch Lärmbelastung verursachte Hörminderung. Das Ohrgeräusch tritt häufig dort auf, wo das Gehör bereits geschädigt ist.

  • 3 bis 4 kHz: typisch bei lärmbedingten Hörschäden
  • 6 bis 8 kHz: häufig bei Hochtonschwerhörigkeit, etwa im Alter
  • unter 1 kHz: seltener; tieffrequenter Tinnitus kann andere Ursachen haben

Ihr individueller Wert kann davon abweichen. Manche Betroffene nehmen zudem kein Pfeifen wahr, sondern ein Rauschen, dem sich keine einzelne Frequenz zuordnen lässt.

Wozu die eigene Tinnitus-Frequenz kennen?

Die eigene Tinnitus-Frequenz zu kennen ist kein Selbstzweck, kann aber in mehreren Situationen nützlich sein:

  • Arztgespräch: Eine ungefähre Frequenzangabe hilft der HNO-Praxis bei der Einordnung. Dort wird die Frequenz anschließend mit professioneller Audiometrie präzise bestimmt.
  • Notched Music: Bei diesem Forschungsansatz wird Musik um die individuelle Tinnitus-Frequenz herum gefiltert – dafür muss der Wert bekannt sein. Die Studienlage ist uneinheitlich, ein Nutzen ist nicht gesichert.
  • Maskierung: Wer weiß, in welchem Bereich das Ohrgeräusch liegt, kann gezielter passende Maskierungsgeräusche ausprobieren.

Wichtig: Keiner dieser Ansätze ist eine Heilung. Besprechen Sie jede regelmäßige Anwendung vorab mit Ihrer HNO-Ärztin oder Ihrem HNO-Arzt.

Tinnitus maskieren: Rauschen als Alltagshilfe

Als Maskierung bezeichnet man das teilweise Überdecken des Tinnitus durch ein äußeres Geräusch. Viele Betroffene empfinden gleichmäßiges Rauschen als angenehmer als völlige Stille, in der das Ohrgeräusch stärker in den Vordergrund tritt. Unser Generator bietet dafür eine eigene Rauschfunktion, die Sie – ebenfalls nur leise – ausprobieren können, etwa beim Einschlafen oder beim konzentrierten Arbeiten. Das Rauschen soll den Tinnitus dezent überlagern, nicht übertönen. Beachten Sie: Die Maskierung wirkt nur, solange das Geräusch läuft; sie ist eine mögliche Alltagshilfe, keine Behandlung. Weitere Wellenformen und Einstellmöglichkeiten finden Sie in unserem Tongenerator. Ob und wie Maskierung für Sie sinnvoll ist, klären Sie am besten gemeinsam mit Ihrer HNO-Praxis.

Wichtig: Tinnitus immer ärztlich abklären lassen

Ein Ohrgeräusch kann viele Ursachen haben – von Lärmbelastung über einen Hörsturz bis zu Erkrankungen des Mittelohrs. Deshalb gilt ohne Ausnahme: Lassen Sie einen Tinnitus ärztlich abklären, in der Regel in einer HNO-Praxis. Besonders zeitnah sollten Sie einen Termin vereinbaren bei:

  • plötzlich aufgetretenem oder einseitigem Tinnitus – ein plötzlicher Hörverlust gehört noch am selben Tag in ärztliche Behandlung,
  • Begleitsymptomen wie Hörminderung, Schwindel, Ohrenschmerzen oder Druckgefühl im Ohr,
  • pulssynchronem Ohrgeräusch, das im Takt des Herzschlags pocht.

Seriöse Anlaufstellen sind HNO-Praxen, HNO-Kliniken und Patientenorganisationen wie die Deutsche Tinnitus-Liga. Einen ersten Eindruck vom eigenen Hörvermögen kann ein orientierender Hörtest vermitteln – er ersetzt jedoch keine professionelle Audiometrie.

Welche Frequenz hat mein Tinnitus typischerweise?

Bei vielen Betroffenen liegt das Ohrgeräusch zwischen 3 und 8 kHz, besonders häufig um 4 kHz – in dem Bereich, in dem lärmbedingte Hörschäden typischerweise beginnen. Das sind jedoch nur Richtwerte: Ihr Tinnitus kann höher oder tiefer liegen oder als breitbandiges Rauschen wahrnehmbar sein. Verlässlich bestimmen lässt sich die Frequenz nur per Audiometrie in einer HNO-Praxis.

Kann ich mit dem Ton meinen Tinnitus behandeln?

Nein. Der Generator dient ausschließlich der Orientierung, um die ungefähre Tonhöhe Ihres Ohrgeräuschs einzugrenzen – er ist kein Therapiegerät. Eine Selbstbehandlung mit Sinustönen ohne ärztliche Begleitung ist nicht zu empfehlen, ihre Wirksamkeit ist nicht belegt. Die Behandlung eines Tinnitus gehört in ärztliche Hände: Wenden Sie sich an eine HNO-Praxis, bevor Sie eine Klanganwendung regelmäßig nutzen.

Warum sollte ich den Ton nur leise abspielen?

Weil laute Töne das Gehör schädigen können – gerade bei einem Ohr, das bereits einen Tinnitus zeigt und damit möglicherweise vorgeschädigt ist. Für den Frequenzabgleich genügt die geringste Lautstärke, bei der der Ton gerade hörbar ist. Machen Sie Pausen und brechen Sie ab, wenn der Ton unangenehm wird oder sich das Ohrgeräusch verstärkt.

Was ist Notched Music?

Notched Music ist ein Forschungsansatz, bei dem aus Musik ein schmales Frequenzband rund um die individuelle Tinnitus-Frequenz herausgefiltert wird. Die Idee dahinter: Das Gehirn soll die betroffene Frequenz mit der Zeit weniger stark verarbeiten. Die Studienlage ist uneinheitlich, ein gesicherter Nutzen ist nicht belegt. Wenn Sie den Ansatz ausprobieren möchten, besprechen Sie dies vorab mit Ihrer HNO-Ärztin oder Ihrem HNO-Arzt.